Alt – Krank – Behindert (1)!

Dinge, die Ihnen Ihr Arzt auftischt

Ich denke, dass Gesundheit das Wichtigste ist, was wir im Leben haben. Leider gehen viele Menschen heutzutage sehr verschwenderisch mit ihrer Gesundheit um – gerade, als hätten so noch eine zweite im Handgebäck. Erst wenn sie krank sind, kommt die Einsicht, dass man seine Lebenshaltung ändern müsste.

Doch für Prävention ist nie zu früh – und nur selten zu spät. Egal ob Alt oder Jung!

So erging es mir, als ich gerade sechzig Jahre alt geworden, habe ich gesponnen: Was-wäre-wenn ich einen Neustart riskiere? Ich erinnere mich, es war fast genau auf dem Punkt, zehn Jahre nach dem Mauerfall, als ich meine Familie aus Schlesien nach mehr als 23 Jahren in den Armen hielt. Und wollte einen Neustart riskieren, in einem Alter, wo die meisten ihren Rententraum entgegenfiebern. Ich wollte einen Höhenflug in einer Selbständigkeit machen, um der wiedergewonnenen Familie eine Zukunftssicht zu gewährleiten! Aber ein plötzlicher Kopfschmerz meldete mir, dass vorerst ein Gang zum Arzt von Nöten war …

Der Gott in weiß

An dem Freitag, den 28.07.2000 jedenfalls, frühmorgens, rief mein Neurologe an: „Die Ergebnisse der Kernspinntomographie wären jetzt vorhanden. Mittlerweile saß ich in einem verdunkelten Raum, in dem an der Wand ein leuchtender Kasten hing, mit dem Röntgenbild eines Kopfes. Augenblicklich beschlich mich ein nichts Gutes ahnendes Unbehagen. Ein Zittern durchlief meinen Körper, ich war nahe einer Ohnmacht…

„Herr Wydra, Sie haben einen Hirntumor!“, leise und einfühlsam kam es über die Lippen des Arztes und zeigte mit seinen Wulstigen Fingern auf die helle Stelle im Bild. Die Schreckensdiagnose kam so urplötzlich, wie nur sie es kann, fühlte den ganzen Raum, durchdrang mein ganzes Sein und griff besitzergreifend nach mir.

Ja, ich verspürte die Gegenwart dieser Leben fressenden Krake. Nichts hat mich bisher zu Boden gedrückt, als diese Offenbarung. – Gerade jetzt dieses fressende Geschwür, das alle meine Träume mit einem dichten, wallenden Nebel einhüllte. In dem ich atemlos größtenteils meines Lebens ohnehin schon umherirrte, wie ein verlaufendes Kind, das eine Zuflucht in der Freiheit suchte und sie bisher nicht gefunden hat. Dieses Urteil, dass mich an den Rand der Gesellschaft katapultiert, um ein Ausgestossener zu sein, machte Augenblicklich alle Pläne zunichte. Ja, mit grausamer Treffsicherheit ein Ende.

„Und was bedeutet das für mich?“ stammelte ich dümmlicherweise!

„Herr Wydra, wir müssen operieren, sofort, laut Befund könnte ihr Gehirn augenblicklich platzen. Es ist schon entzündet, also in einem sehr kritischen Zustand.“

„Demnach habe ich keine Alternative?“ lispelte ich tonnlos.

„Nein!“ (…)

Veröffentlicht von Joachim Wydra

Geboren 28 November 1939 in Gleiwitz. Naturwissenschaftliches-Studium an der Universität Kaiserslautern 1971-1975.

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